Medienbericht "Wir nehmen den Schülern die Angst“

"Wir nehmen den Schülern die Angst“

Nachhilfe/ Diese Form der Unterrichtshilfe ist immer mehr gefragt: Schüler nehmen Nachhilfe auch ohne schlechte Noten.

VON GERHARD LORENZ

BEZIRK BADEN/ Die Ferien neigen sich dem Ende zu und der ,,Ernst des Lebens" beginnt wieder für die Kinder und Jugendlichen. Doch für viele Schüler hat er schon begonnen, sje müssen für einen ,,Nachzipf' büffeln. In ganz Niederösterreich sind etwa 7.500 davon betroffen. Und da ist die Hilfe von Nachhilfelehrern, private oder in Instituten, gefragt.

,,Bei professioneller Hilfe bekommen Schüler nicht nur das notwendige Fachwissen für Prüfungen, sondern sie gewinnen bei uns auch wieder Selbstsicherheit", erklärt Susanne Friedl, Standortleiterin der IFL Nachhilfe- und des Maturaschule-Instituts Dr. Rampitsch in Baden. „Es gibt immer eine zweite Chance“, so Friedl weiter und erzählt aus ihrer persönlichen Erfahrung: ,,Mit ,Lern-Sorgen-Kindern' zuhause habe ich selbst bemerkt, wie sehr Schulprobleme das Familienleben beeinflussen. Daher kann ich nur raten, Hilfe von außen anzunehmen und schulische Probleme auszulagern".

Ihr Institut bietet Nachhilfe in den Fächern: Deutsch, Mathe, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Latein, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Chemie, Physik, Biologie, Mechanik, Darstellende Geometrie, Elektrotechnik und Technisches Zeichnen an.

,,Es ist für uns natürlich leichter, auf die jeweiligen Schwächen eines Schülers einzugehen, da wir entweder in Einzelunterricht oder in Gruppen bis maximal fünf Schüler lernen. In einer Schulklasse sind über 20 Schüler und meist nur ein Lehrer“, begründet Friedl den Vorteil einer Nachhilfe.
Doch das Nachhilfeinstitut wird nicht nur für Nachprüfungen besucht. „Es kommen auch in den Ferienmonaten viele Maturanten, die sich jetzt schon auf ihre Prüfungen vorbereiten“, weiß Friedl. „Und natürlich auch während des Schuljahres wird unsere Hilfe in Anspruch genommen.
„Die Schüler sind sehr motiviert, wenn sie zu uns kommen“, spricht Daniela Münz, eine Nachhilfelehrerin ihres Instituts aus Erfahrung. „Ich freue mich natürlich, wenn die Noten durch meine Hilfe besser werden.“

Mag. Noll: „Die Schülerzahl in den Klassen ist zu groß“

Mag. Gerhard Noll ist Inhaber des Instituts „Lernquadrat“ in Baden. „Dass doch viel Nachhilfe gebraucht wird, ist glaube ich auf die noch immer zu große Schüleranzahl in den Klassen zurück zuführen.

Außerdem sind schon viele Lehrer weniger motiviert und ein weiterer Grund ist, dass die Eltern meist berufstätig sind und weniger Zeit für ihre Kinder haben und viertens will ich daran erinnern, unser Schulsystem funktioniert im Prinzip noch so, wie zu Maria Theresias Zeiten“. Und er argumentiert, ähnlich wie seine Kollegin vom IFL: „Die Lehrer haben keine Chance auf den einzelnen Schüler einzugehen. Wo zwei Lehrer eine Klasse unterrichten, da funktioniert es", so Noll.

,,Die Schüler müssten von Anfang an mitlernen und das in jedem Fach", rät Noll. In seinem Institut wird neben Einzelunterricht auch in Kleingruppen von maximal fünf Schülern unterrichtet. „W i r versuchen auch den jeweiligen Lerntyp eines Schülers zu finden und seine Motivation zu stärken", so Noll.
 

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